Als Gustav Erikson 1865in Mariham geboren wurde, hatte die Barke Preciosa grade als erstes aländisches Segelschiff den Atlantik überquert. Damit begann eine Ära für die nächsten 75 Jahre, die schnelle Grosssegler, legendäre Reisen, betuchte Reeder und berühmte Kapitäne hervorbringen sollte. Erikson befuhr 40 Jahre lang die Weltmeere als Matrose und später Kapitän bis er 1913 sesshaft wurde, eine herrschaftliche Villa erstand und seine Reeder Karriere begann. Sein Erfolgsrezept war es grosse Segelschiffe zu Spottpreisen aufzukaufen, sie in Stand zu setzen und gut zu warten zu einer Zeit wo andere bereits längst auf Dampfschiffe setzten. Im Ausland wurde ein Windjammer nach dem nächsten ausgemustert in dieser Zeit des Umbruches, da sie als nicht konkurrenzfähig zu den Dampfschiffen galten. Mit einer Gesamttonnage von 66250 Tonnen besass Gustav eine Flotte denen die Pommern, Pamir, Passat und Herzogin Cecilie angehörten.

Windjammer

Windjammer damals unter voll Tuch

Durch den günstigen Ankaufpreis eines Schiffes hatte sich dieses bereits nach der ersten Fahrt amortisiert. Sein Konzept war gut durchdacht. Kapazität und Geschwindigkeit der Schiffe waren konkurrenzfähig nicht zuletzt durch seine Strategie die Windjammer im Frühherbst mit skandinavischem Holz von den Alands starten zu lassen. Sie folgten den Strömungen und Winden um das Kap der guten Hoffnung herum und erreichten Australien anfang Januar, genau zur Zeit der dortigen Kornernte. Die Holzladungen wurden gelöscht und ein Schiff fasste 40000 Getreidesäcke. Dann kreuzte die Flotte zum Kap Hoorn und durch den Atlantik zurück nach Europa. Der Weizen wurde drei Monate später in England gelöscht. Im Mai liefen die Schiffe wieder in Marieham ein. Einige Reisen wurden zu Legenden, die noch heute in den Treffen der letzten aländischen Kaphorniers erzählt werden. Stolz blicken einige hochbetagte Rentner auf ihre einzigartigen Erfahrungen zurück. Ein Ehrenmal mit dem Albatros, der Symbolvogel der Kaphorniers erinnert an diese Ära, die von den Fahrensleuten Mut, Entschlossenheit, Zähigkeit und Disziplin verlangte und in der auch viele auf See geblieben sind.
Heute liegt die Pommern als Museumsschiff am Pier vertäut und bietet neben dem Seefahrtsmuseum dem Besuchern Gelegenheit die Geschichte der Windjammer und ihrer Männer nachzuvollziehen und auf dem Deck der Pommern das Fernweh der Seeleute nachzuempfinden.

Albatros Ehrenmahl

Albatros Ehrenmal

Passat heute

Pommern heute