Gut betucht in der Marina Makkum

Aaaaaahhhhh, tut das gut. Ich gleite ins Wasser und schwimme an den Hecks der Bootsreihe vorbei. Diese Abkühlung war dringend nötig. Wir haben 34 Grad Celsius. Bereits um 9.00 Uhr morgens sticht die Sonne heiss vom Himmel. Die Sonnensegel blieben heute selbst beim Segeln gespannt. Jeder Handgriff ist mühsam, der Körper hat auf Sparflamme geschaltet, der Griff zur Wasserflasche häuft sich.

Wir schwitzen und Astarte zeigt an allen Ecken und Kanten, dass ihr die Hitze missfällt. Die heisse Temperatur und die Sonneneintrahlung lassen die Holzpfropfen auf den Schrauben im Teakdeck schrumpfen und plopp, plopp, plopp verabschieden sich etliche von ihnen, springen heraus. Gummis werden porös, Beschläge kreiden aus, Tauwerk wird hart. Mensch und Material zahlen ihren Tribut an die Energie der Sonne ohne die allerdings auch auf unserem Planeten kein Leben wäre. So passt es uns gut nach Makkum zu segeln zum Mekka des Bootsbaus. Hier werden hochwertige Aluyachten im Einzelauftrag gebaut. Tragischerweise ist der Seniorchef einer bekannten Werft letztes Jahr bei einer Regatta vor Ostende ums Leben gekommen, als sein Boot kenterte und er ertrank. Einzig sein Enkel überlebte das Unglück. Wir radeln an den Betrieben vorbei und bestaunen die ausgereifte Bootsbaukunst, auf die wir einen Blick werfen können durch die offenen Tore einiger Hallen. Makkum ist nicht nur Handwerkszentrum des Bootsbaus sondern auch ein Ferienzentrum mit grossem Freizeitangebot. Der alte gewachsene Ort mit seinen Brücken, Grachten und Kanälen steht im Kontrast zur modernen Ferienhausanlage im angelegten Parkgelände.

Nahezu jedes Haus hat seinen eigenen Bootsliegeplatz vor der Veranda. Ein Netz Kanälen mit Brücken und Wegen sowie unterschiedliche Architekturstile bilden eine angenehme Urlaubsumgebung. Ein wahres Eldorado für Familien mit Kindern ist die Marina Makkum. Das Angebot reicht von Minigolf, Tischtennis, Autoscooter, kostenlosem Opimistensegeln, Sandstrand, täglichem Kinderanimationsprogramm, bestens ausgesattetem Spielzimmer mit Bücherei für Regentage bis zum hafeneigenen Schwimmbad.

Makkum Marina – das Kinderparadies

Wir verbringen drei entspannte Tage in Makkum, denn es ist zu heiss zum Fortbewegen. Dies sehen die meisten Bootsbesitzer genauso. Es gibt kaum Schiffsbewegungen. Die Schiffe verschwinden hingegen unter teils kuriosen Konstruktionen von Sonnensegeln.

Auf dem Motorboot gegenüber hat sich ein Mann sogar  bäuchlings auf die Heckplattform gelegt. Dicht am Wasser auf dem schmalen Brett sucht er reglos Schatten und kühlere Luft.  Jeden Morgen zieht ein Treck von Kindern bewaffnet mit Schwimmreifen auf dem Steg vorbei. Den ganzen Tag springen Kinder direkt von den Booten  ins Wasser oder baumeln in Masthosen an Fallen im Rigg um die Wette. Im Hafengelände sind Campingstühle, Tische, Liegen aufgebaut und auf den Wiesen stehen Zelte in denen die Kinder übernachten. Der Marina eigene Supermarkt hat wohl dieses Jahr seinen Umsatzrekord an Eis und Sonnenmilch zu verzeichnen. Ein bischen erinnert uns die Atmosphäre an Sommerferien zur Hochsaison in Spanien. Die Tage gleichen sich in der „schwimmenden Stadt“. Tagsüber Strand, abends flanieren und essen gehen, feiern und tags darauf geht alles wieder von vorne los.