Helsinki ist eine sehr fortschrittliche Stadt und hat ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz, das ständig erweitert wird. Im Rathaus kann sich jeder über die laufenden und in Planung befindlichen Projekte informieren.
Soll holen wir unsere Klappfahrräder heraus und wollen das Westufer von Helsinki und die Insel Seurasaari erkunden.
Die 15 km lange Rundstrecke führt uns über mehrere durch Brücken verbundene Inseln wieder zurück zu unserem Hafen.
Zunächst geht es an einem Neubauviertel mit exklusiven Meeresblick-Appartements vorbei zur Halbinsel Hernesaari wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen und eine Werft liegt. Am Ufer zieht ein futuristischer Holzbau unsere Blicke auf sich. Es ist ein öffentlicher Saunakomplex, der direkt am Meer liegt. Die Anlage ist gut besucht, trotz der heissen Aussentemperaturen.

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Weiter geht es Richtung Werftgelände an Hafenbecken vorbei. Ein Schiff liegt im Dock und es wird gewerkelt. Scharfer Farbgeruch liegt in der Luft. Wir bedauern die Anwohner. Hinter einem Bürohausviertel wird es grüner. Der Radweg windet sich am Ufer entlang. Auf der Landseite liegt ein grosser Friedhof. Die Gräber der ersten Reihe haben Wasserblick. Eine sehr gepflegte und wirklich schöne
Parkanlage. Es sind viele Ausflügler zu Fuss und per Fahrrad unterwegs. Richtig voll wird es am Sibelius Denkmal.
Ein aus unterschiedlich langen Röhren zusammengesetztes Monument symbolisiert vielleicht eine Orgel. Asiatische Touristen stecken von unten ihren Kopf in die Röhren und lassen sich fotografieren.
Axel fotografiert mich vor der Büste des berühmten finnischen Komponisten. Er stellt die Kamera ein und sucht den richtigen Winkel. Es wartet bereits eine Schlange von fotonoiden Japanern, denen es anscheinend nicht schnell genug geht, dass sie an der Reihe sind zu posieren. Sie schütteln mit dem Kopf und maulen, dass es bei uns so lange dauert; also statt zwei Sekunden zwanzig Sekunden.
Wir lassen die Bustouristen hinter uns und radeln an Badestränden, kleinen Häfen, hübschen Holzvillen, Uferpromenaden und Bootsanlegern sowie einer Anlage zum Wasserball spielen vorbei durch einen schönen Wald. Drei Naturschützer stehen mit Gummistiefelhosen in einem Teich und fischen mit Netzen nach Algen. Wir müssen uns rechts halten, denn der Weg Richtung Wasser ist gesperrt. Ein grosses Tor und Überwachungskameras schirmen ein Anwesen ab.
Es handelt sich um die Amtswohnung des finnischen Staatspräsidenten.
Schliesslich erreichen wir die Holzbrücke, die die Insel Seurasaari mit dem Festland verbindet. Auf der Insel darf man sich nur zu Fuss bewegen.
Wir stellen die Räder ab und folgen vielen anderen Ausflüglern in die beeindruckende Naturlandschaft.
So stadtnah befindet sich dieses Kleinod mit seiner einmaligen Flora und Fauna. Ein Freilichtmuseum, dass die Architektur und Wohnkultur des Finnlands im 18. und 19. Jahrhundert repräseniert, is behutsam eingebetet in die natürliche Umgebung. Es gibt ein Restaurant, Cafe und eine Badeanstalt. Wir wählen einen abgelegenen Uferweg und geniessen die Ausblicke. Nach einem Picknick aus dem Rucksack geht es zurück.
Auf der weiteren Fahrt merken wir schnell, dass es sich hier um eine exklusive Gegend handelt. Auf den folgenden Inseln liegen grosszügige Villengrundstücke
mit sehr unterschiedlichen Häusern. Auch hier sieht man wieder das eine oder andere Diplomatenauto in einer Einfahrt verschwinden.
Selbstverständlich haben die Häuser alle eigene Bootsanleger.
Unser Weg wird immer schmaler und wir müssen die Räder bald durch den Wald über Wurzeln und Steine schieben.
Vorbei an kleinen Hütten und Häuschen in bunten Farben und mit Lämpchen, Blumen, Windlichtern und anderer Deko hübsch geschmückt, sind wir in einer Sommerfrische, eine Art Schrebergarten direkt am Wasser auf der äussersten Schäre gelandet.
Wir orientieren uns am Wasser und schieben zurück.
Bald sind wir wieder auf Strassen und durch Wohn- und Büroviertel geht es nach einem Einkauf im Supermarkt zurück zum Schiff.

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