Vor Anker bei Wolphaartsdijk Veersemeer

Endlich schnuppert Astarte wieder eine leichte Brise und zieht unter voll Tuch direkt an. Wenn auch nur ein Meerchen so ist das Veersemeer ein eingedeichter Meeresarm doch schon eine seenplattenartig Wasserfläche, die besonders für Jollen, Kielboote, Wasserskifahrer Taucher, Angler und Segelanfänger ideal ist.

Das flache Revier wartet mit vielen unbewohnten Naturinseln auf, die künstlich angelegt wurden. Hier darf man an Stegen kostenlos übernachten. Für uns ist es aufgrund des Tiefgangs keine Option. So segeln wir gleich in einem Rutsch durch die mäandernde Landschaft. Froh den Kanal hinter uns gelassen zu haben, denn plötzlich sehen wir eine riesige schwarze Rauchwolke in den Himmel steigen.

Im Industriehafen von Arnemuiden scheint ein Brand ausgebrochen zu sein. Gruppen von Wildpferden und Kühen suchen die kühle Brise am Wasserrand. Am Abend fällt der Anker vor dem Ufer bei der Deltamarina Kortgene. Gleich noch eine schnelle Abkühlung und endlich ins Wasser.

Das erste Schwimmen auf dieser Reise. Eine herrliche Erfrischung. Dabei reinige ich  den Wasserpass. Dabei entdecke ich einen Schaden oberhalb der Wasserlinie etwa einen halben Meter hinter dem Bug auf der Backbordseite. Die Gelcoat wirkt eingerissen und es zeigen sich Abplatzungen. Das darf doch nicht wahr sein. Schnell kombiniere ich, dass der Rums, den ich in der Nacht an der Tonne in Queensborough gehört habe, nicht ohne Folge geblieben ist. Dann ist entweder die Tonne oder der heruntergelassene Anker unseres Nachbarliegers gegen die Bordwand gekracht, mit einer Wucht, dass dieser Schaden entstanden ist.

Am nächsten Tag verholen wir uns nach Wolphaartsdijk. Eine blitzsaubere Yachthafenanlage, die vorbildlich geführt ist und sogar über einen Gesellschaftsraum verfügt, wo Kaffee und Tee frei ausgegeben wird. 

Damit auch alles so sauber bleibt, steht am Müllplatz ein Schild: Geen losse Rommel neer zetten. Die Hitze ist drückend. Die Luft steht. Im kleinen, einem Ferienpark angegliederten Supermarkt finden wir noch einige frische Ergänzungen für unsere Bordküche, um unserem Besuch, der heute eintreffen soll, etwas leckeres aufzutischen. Über 4.000 Motorradkilometer hat er hinter sich, quer durch England, Schottland und eine Rundstrecke über Irland.  Nun geht es  zurück über Amsterdam nach Norddeutschland. Er berichtet uns, dass es in Irland seit 1921 keinen solchen Sommer mit Temperaturen bis 34 Grad Celsius und nahezu keinem Regen gegeben habe. Mit einem glutroten Sonnenuntergang verabschiedet sich der Tag und wir verabschieden unseren Besuch.