Wir verholen uns in den Yachthafen Hohe Düne, der gleichnamigen exklusiven Hotelanlage.

Hohe Düne

Hohe Düne

So ersparen wir uns für den langen Schlag am nächsten Morgen das sehr frühe Aufstehen um 4.30 Uhr. Mit nur ca. 20 Prozent Belegung haben wir die freie Platzwahl. Die Saison scheint noch nicht gestartet, die Anlage wirkt ausgestorben. Nach einem Erkundungsrundgang verziehen wir uns unter Deck. Am Abend gibt es einen erneuten Frontendurchzug. Es heult im Rigg. Durch die Belüftungsspalte der Luken zieht ein eisiger Hauch herein.

Ausfahrt Hohe Düne Yachthafen

Ausfahrt Hohe Düne Yachthafen

Der nächste Morgen zeigt einen aufgeräumten Himmel. Nahe der Hafenausfahrt hebt ein Seehund, der sich in der Seehundforschungsstation am Hafen in der Sonne aalt wie zum Gruss den Kopf. Angenehme segelbare Westwinde lassen uns unter Spinnaker ein gutes Tagesetmal erreichen. Endlos zieht der Küstenstrich an steuerbord vorbei. In der Sonne erscheint der Sand der Dünen schneeweiss. Ebenfalls schneeweiss erheben sich die Reihen der Windkraftanlagen im Wasser. Welch einen Kontrast bilden Natur und Technik an der Küste.

Unter Spinnaker

Unter Spinnaker

Der Wind zieht an und wir bergen den Spinnaker vor dem Fahrwasser zum Boddengewässer.

hinterm Fahrwasser wird es schnell flach!

hinterm Fahrwasser wird es schnell flach!

Aufklaren, kochen und dann früh in die Koje nach der vielen frischen Luft und dem langen Törn. Schon ausgepellt und nur noch in Thermounterwäsche werden wir plötzlich nochmal aufgeschreckt, als es an der Bordwand klackt. Wir haben einen Nachbarn bekommen.

Es ist die Zeemuis (Seemaus), ein ca.  vier Meter langer Eigenbau (aber sehr professioneller Eigenbau) aus den Niederlanden. Einer Pogo nach empfunden,  läuft der graue Zwerg bis zu 9 Knoten.

Der Trend geht zum downsizing

Der Trend geht zum downsizing

damit findet sich immer ein Platz

damit findet sich immer ein Platz

Solche Gefährte ausgestattet mit zwei Plexiglaskuppeln und begehbarer Kajüte über eine Luke,  laden Abenteurer ein, damit den Atlantik zu überqueren. Der Einhandskipper zieht sich an unserer Bordwand hoch und bald sind wir sein Brückenkopf zum Land. Am nächsten Morgen sitzt Skipper Luc bei uns zum Morgenkaffee in der Plicht und erzählt seine Vita. Er ist eigentlich Brückenwärter, aber hat nun  Zeit, da umstrukturiert wurde und die Arbeit anders verteilt wird. Doch der Grund seiner Reise scheint uns ein anderer. Er verwirklicht sich selbst nach dem Scheitern seiner Beziehung.  Seine Frau wollte, dass er dieses Boot baut. Fünf Jahre hat es gedauert. Nun ist es fertig, aber sie sind nicht mehr zusammen. Offenherzig berichtet er: Sie sagte, „Du kannst gehen.“  Es hat nicht funktioniert stellt er nüchtern fest. Geblieben ist eine andere Liebe: die zur See. Im Winter lebst er auf einem alten Motorboot, dass er  aus eigener Kraft restauriert hat. Die kleine  Tochter lebt bei seiner Frau. Den Hund wollte sie nicht mehr. Er ist jetzt zum Bordhund geworden. Luc hat nicht viel Platz und auch nicht viel dabei. Eine Gabel, einen Löffel; es gibt nichts Überflüssiges. Viel Raum hat er jedoch für seine Gedanken und Träume auf dieser Reise. Vielleicht ist es das was er jetzt braucht. Wir legen ab und winken uns zum Abschied zu.

Barhöft

Barhöft