Wir müssen weiter, schade, denn Bogense hat viel zu bieten und gerne noch wären wir geblieben. Die Ortschaft ist wirklich neben Ebeltoft, Aeroskoebing und Saeby eine der schmuckesten Städtchen in Dänemark. Aber hier liegen wie recht exponiert in der ersten Reihe und bevor es ungemütlich wird, wollen wir weiterziehen. Alles ist klar zum Ablegen. Axel startet die Maschine, doch es macht nur klack, klack, klack.

Traditionssegler auf dem Weg nach Fredericia

Der Motor springt nicht an. Kein Saft! Es wird wohl an der Starterbatterie liegen. Nach vier Saisons Nutzung kann man für die Durchschnittshaltbarkeit nicht meckern. Schnell sind die nächsten Autohöcker und Reparaturbetriebe abtelefoniert. Hier ist es zwar hübsch, aber die Infrastruktur dürftig. Nochmal ein Startversuch und schwupps tuckert der Motor im vertrauten Sound. Können wir es wagen so unsere Reise fortzusetzen? Wir gehen auf Nummer sicher und lassen die Maschine mitlaufen während des Segelns. Also auf zum kleinen Belt wo wir hoffen eine neue Batterie auftreiben zu können. Nach den einigen rasanten Segelmeilen auf Kreuzkurs erreichen wir schnell den Einstieg zum Belt. Die Hafenstadt Fredericia liegt auf der Steuerbordseite noch vor den zwei Beltbrücken. Sie überspannen die Wasserstrasse, einmal für den Auto- und den Eisenbahnverkehr. Die Hafenanlagen von Fredericia sind weitläufig. Ein Kreuzfahrtschiff liegt am Pier, die Aufbauten einiger hellblaue Schlepper ragen hoch auf und schauen vom Layout dem Ostblock zugehörig aus.  

Schlepper im Hafen von Fredericia

 Ruppig geht es vor der engen Einfahrt zum Yachtbecken zu, dann sind wir drin und legen in einer passenden Box an. Es riecht nach Diesel und unsere Leinen müssen wir wie Jongleure über der Wasseroberfläche halten, wollen wir sie nicht durchtränkt vom beissend riechenden Treibstoff haben. Das ist ja ein schöner Empfang in dieser Industriestadt, maule ich. „Hoffentlich haben wir hier wenigstens Glück, eine passende Batterie zu bekommen.“ Nach einigen Telefonaten wird der Skipper fündig. Die alte Batterie muss im Laden zum Recycling angegeben werden. Das Wetter ist schwül, dunkle Wolken stehen am Himmel und die Aktion soll vor der Regenfront abgeschlossen sein. Wir hetzen, schnallen die Altbatterie auf einen kleinen Transportwagen und im Laufschritt geht es mit dem Handy navigierend zum Autozubehörhandel, der um Punkt 17.00 Uhr Feierabend macht.

Mit der alten Batterie zum Händler

Jetzt ist es viertelnachvier und die Strecke durch Wald, über eine Brücke, Wohngebiet zieht sich. Unter der Brücke laufen die Eisenbahntrassen und ein Zug rast durch. Es ist ein Güterzug der nur Bier transportiert.

Endlich tauchen Gewerbehallen auf. Die T-Shirts kleben uns am Körper, wir sind ausser Puste, als wir zerzaust um zehnvorfünf im Laden stehen. Nach fünf Mintuen sind wir wieder draussen und ziehen die neue Batterie zum Boot zurück.

Neue Batterie am Steg

Natürlich mussten wir den Skandinavienaufschlag bezahlen, aber wir sind glücklich als die neue Batterie passt, eingebaut ist und der Motor wieder gutmütig anspringt und auch mehrere Teststarts erfolgreich meistert. Draussen prasselt der Regen auf die Kuchenbude, als wir die Beine hochlegen und uns ausruhen.