Es ist der 2. August, eigentlich mitten in der Segelsaison, aber wir befinden uns schon auf dem Rückweg und in Gedanken laufen bereits die Task für den Winter. Listen werden geschrieben für anstehende Arbeiten am Boot und Ersatzteile, die bestellt werden müssen.

Yachthafen Hou

Da Astarte nun fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, nein besser besagt auf dem Rigg und Deck hat, stehen jedes Jahr Wartungsarbeiten an, um sie in Form zu halten. Das Teakdeck wollen wir möglichst bei trockenen Bedingungen mit Boracol behandeln. Dafür eignet sich die Zeit in der Lagerhalle am besten. Doch zuerst sollen Dreck und Algen runter vom Deck. So mache ich mich bei angenehmen 23 Grad Celsius und sonnigem Wetter an die Arbeit. Erst wässern, dann mit einem Filzpad gegen die Faserrichtung mit rückfettender Schmierseife vorreinigen, nächste Runde Teakcleaner, einwirken lassen und abspülen – fertig. Nach der halben Fläche bin ich geschafft, mittlerweile knallt die Sonne und die Zeit ist vorgerückt. Nach drei Tagen bei Aarhus mit Stadtbesichtigung uns Shopping sind wir zivilisationsmüde und wollen wieder aufs Wasser. Ruhe, Einsamkeit, weiter Horizont, das Ziehen der Wolken fehlen uns. Also ab die Post noch am frühen Nachmittag und mit leichtem Südost kneifen wir auf Am Wind Kurs in einigen Schlägen weiter Richtung Süd. Querab der Insel Tuno schläft der Wind ein und so geht es weiter in Marschfahrt bis wir um halbneun abends Hou erreichen. Der Hafen ist gut gefüllt, aber wir kommen bei letztem Büchsenlicht an einem Aussenfinger unter. Ein warmer Südwind sorgt für einen lauen Abend. Spät setze ich noch eine Waschmaschine ein.

Es ist stockdunkel im mittlerweile stillen Hafen. Doch glücklicherweise nicht so unheimlich wie in Sleepy Hollow. Beim Aufhängen der Wäsche stellen wir fest, dass die Salingbeleuchtung ausgefallen ist. Da muss die Taschenlampe helfen. Für Hou selbst haben wir kein Auge mehr. Am nächsten Morgen ist die Wäsche bereits trocken und wir rangieren noch zum Tanksteg nach dem Aufklarieren. Der Diesel ist hier biofrei und die Tankstelle gut erreichbar. Die Hitze hält an und auch das gegenan kreuzen bei leichten Winden weiter nach Süd.