Eigentlich bedeutet Ostwindlage schönes Wetter, denken wir. Die Realität sieht anders aus. Es ist eher Aprilwetter. Kräftige Regenfronten mit Windböen und regelrechtem Platzregen fegen über die Marina.

Aarhus Zentrum

Nach einer Nacht am Anker verholen wir uns zur Ega Marina nördlich von Aarhus. Ein guter Standort um Aarhus zu erkunden und doch ruhig zu liegen. Gleich ausserhalb des Marinageländes liegt die Bushaltestelle. In etwas mehr als einer halben Stunde Fahrzeit ist das Zentrum von Aarhus erreicht. Die Stadtmarina liegt immerhin auch 1,5 km vom Zentrum entfernt. Mit einem bequem über eine App zu buchenden Mehrfahrten Ticket bei dem man die einzelnen Fahrten kurz vor dem Einsteigen „verbrauchen“ kann, ist die Nutzung des Nahverkehrs im Grossraum Aarhus auch für Ortsunkundige einfach. Die zweitgrösste Stadt Dänemarks mutet wie ein dänisches Amsterdam an. Geprägt von individuellem Kleingewerbe, einer aktiven Kunstszene, Studenten, einer Vielzahl von Restaurants, Cafes, Galerien, Möbeldesign, Haushaltswaren, zwei riesigen eleganten Kaufhäusern, dem Salling und dem Magazin, lässt sich stundenlang stöbern, schauen, schmausen und shoppen.

Aber erstmal geht´s aufs Dach des Sallings zur Aussichtsplattform.

Ein faszinierender Rundumblick über Aarhus mit seinen Hafenbecken, Wohnvierteln und dem Kunstmuseum AROS mit dem Regenbogenfarbigen Rundgang in luftiger Höhe gibt viele Ein- und Ausblicke frei. Ein Laufsteg mit gläsernem Boden lässt den Besucher förmlich über der Fussgängerzone schweben. Internationale aber auch viele skandinavische Designer haben Repräsentationsboxen im Kaufhaus Magazin. Überall sale, sale, sale. Die Stadt ist proppevoll. Es ist Sommer-Schlussverkauf. Das steckt an. Aber bevor der „Kampf“ um die reduzierten Einzelstücke beginnt, erstmal eine Stärkung. Nach der einsamen Natur der letzten Tage ist die geballte Ladung Kommerz und Rummel anstrengend. Bei Latte, Hibiskustee und crunchigem Müsli auf selbstgemachter Rhabarberjoghurt chillen wir. Ich blättere in einer noblen Möbeldesign Zeitschrift, während der Skipper die aktuellen News des Tages studiert.

Endlich geht es los. Ab ins Getümmel. Selten habe ich so phantasievolles Modedesign gesehen wir hier in Aarhus. Vieles ist jedoch eher selten tragbar für meine Zwecke.

Da bleibt es schliesslich bei zwei Baumwollhosen und einem Paar Sneaker, eher alltagstauglich. Eine neue Pfanne für die Pantry steckt auch noch im Rucksack als wir in den Bus steigen, der uns nach Ega zurück bringt.