Heute steigt die Quecksilbersäule weiter und legt noch eine Schippe drauf. Trotz der 28 Grad Celsius wollen wir etwas von der Landschaft sehen. „ Lass einfach mal schauen wie weit wir kommen.“

Fischerkahn vor dem Strand von Fjellerup

Schon sitzen wir auf dem Sattel und radeln auf einem Pfad die Küste entlang diesmal in die andere Richtung nach Westen. Der Pfad ist schmal und der Betrieb auf dieser Strecke rege. Beim Passieren der Entgegenkommer wird es manchmal eng. Zu eng, denn ein Junge hat einen Fischkorb aus Draht an seinem Lenker aussen befestigt. Er kommt mit Speed und schert sich nicht um den Gegenverkehr. Der Korb knallt gegen meinen Lenker und auch gegen meinen kleinen Finger. Ich schreie hinter ihm und der Mutter her, doch sie sind schnell von hinnen. Der Finger wird zwar rot und schmerzt, aber zum Glück ist nichts ernstes passiert. Ich kühle ihn sofort im Meer. Das hilft. Gut, dass ich nicht vom Rad gefallen bin. Die Küste ist steiniger, erinnert ein bischen an Lettland. Das ändert sich in Fellerup. Fischer fischen hier noch traditionell vom Strand mit Kähnen, die über Wischen geslippt und aufgeholt werden. Stellnetze stehe quer zum Strand, reichen weit ins Meer hinein.

Ein Besucherzentrum in Fjellerup erklärt den Lebensraum der Meeresbewohner. Seehunde, Seevögel sind ausgestopft zur Schau gestellt. Das Skelett eines gestrandeten Wales liegt am Boden. Über einem Becken mit Fischen und Krebsen beuge sich die Kinderköpfe, Hände und Netze platschen ins Wasser. Alle reden und kreischen durcheinander. Studenten versehen geduldig ihren Sommerjob und erklären den Kinder die Arbeit der Fischer, das Angeln und vieles mehr.

Am Strand herrscht Hochbetrieb. Das Wasser ist seicht, die Sicht auf den Grund klar. Da macht es Spass für Gross und Klein im Meer zu baden, zu spielen oder sich treiben zu lassen. Schwimmen macht hungrig. Beim Fischhandel herrscht Hochbetrieb. Edlich habe ich uns zwei frittierte Fischfilets mit Rogenbrot und Remoulade erkämpft. Die Köchin hinter den Pfannen schwitzt und hat einen roten Kopf. Das ist Schwerstarbeit bei diesen Temperaturen hier Küchendienst zu machen. Draussen unter dem Sonnenschirm geht wenigstens eine leichte Brise. Durch Ferienhaussiedlungen und über verschlungene Pfade geht es durch Wald, denn selbst auf der Küstenstrecke hält man die Hitze nicht mehr aus.

Am Weg steht eine Kühlbox. Ich schaue hinein. Zum Verkauf werden schwarze Johannisbeeren angeboten. Eine Schale nehme ich mit und werfe die Münzen in das leere Marmeladenglas, das hier als Kasse fungiert. Zurück an Bord geniessen wir die herrlich schmeckenden Beeren mit kalter Jogurt und lassen die Hafenatmosphäre auf uns wirken.