Boxenstopp

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Zwischen zwei Inseln fällt der Anker. Oxholmen liegt vor der Lysekile Bucht. Bald legt sich der Tagesbadebetrieb. Die viele Feuerquallen, die mit ihren langen Tentakeln ums Boot treiben, halten uns von schwimmen ab. Ich nutze die Zeit, um sechs Fender vom Schmier zu reinigen. Das Walken an viele verdreckten Spundwänden hat ihnen im Laufe der Zeit zugesetzt.

Abends sind wir allein und geniessen die Stille. Die Baumwipfel bewegen sich im Wind. Hier und da kreist ein Vogel. Ab und zu ein Rucken an der Ankerkette, sonst ist es lautlos. Auch in der Hochsaison gibt es Rückzugsorte, um dem Rummel zu entgehen. Die Innenfahrwasser um Orust sind einer davon. Dafür müssen einige Marschfahrten unter Motor in Kauf genommen werden.

Seehund auf einem Fels im Wasser

Meist läuft der Wind gegenan. Rechtzeitig vor einsetzendem Regen erreichen wir Svanesund. Während Axel joggt, laufe ich zum Geldautomaten, denn der Hafenmeister nimmt nur Bares. Allerdings weist ein Schild darauf hin, dass das Büro erst am Abend besetzt ist. Eine Gruppe Männer füllt Diesel oder Benzin aus einem grossen Metallfass in ein Boot und Auto, jedenfalls sind Fass, Boot und Auto mit Schläuchen miteinander verbunden. Als ich sie frage, ob es hier Diesel zu tanken gibt, schütteln sie mit dem Kopf und gestikulieren durcheinander. Ich wundere mich über die merkwürdige  Aktion. Das Regenband zieht durch. Selbst auf dem schmalen Wasserstreifen herrscht Waschküche.

Grau gehen die dichten Schauerwände runter. Als Besucher gibt es hier nur die Festmachemöglichkeit an der Aussenseite des Hafenbeckens. Zwar herrscht wenig Schiffsverkehr doch ein Motorboot rauscht mit Highspeed vorbei, so dass der Wash ungebremst auf den Steg trifft. Astarte gerät ins Schlingern und holt so weit über, dass die Bordwand beinah auf einen Eisenring geknallt wäre, hätten wir nicht sehr viele Fender draussen gehabt und einen exakt an der Stelle des Rings. „Hier können wir auf keinen Fall bleiben,“ rufe ich. Wir beschliessen uns nach Axels Jogging Ausflug zu verholten. Ich mache Astarte wieder segelklar und wenig später nach Eintreffen des Skippers laufen wir diesmal mit leichter Rückenwindbrise unter Genua nach Süden.

Das war unsere kürzeste Liegezeit in einem Hafen. Leider gab es keine anderen Plätze für unsere Grösse. Um das Boot nicht zu gefährden wurde der Aufenthalt zum Boxenstopp.

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2 Comments

  1. Brigitte Matthews

    Ich hoffe ihr habt schnell einen besser geeigneten Liegeplatz gefunden.
    Uebrigens, wie bekomment man die Fenders am besten sauber?

    • astarte_wp

      Liebe Brigitte,

      ja haben schnell einen idyllischen Ankerplatz gefunden.
      Reinigung am besten mit Spezialprodukten wie z.B. “Fenderfrisch”
      von Yachticon vornehmen. Schmutz löst sich damit ohne viel Kraftaufwand.
      Besser nicht zu Aceton oder Haushaltsreinigern greifen, da der Gummi sonst
      angelöst werden kann, die Oberfläche porös wird und sich noch mehr Schmutz
      reinsetzt. Euch auch gute Fahrt.Claudia

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