No cash – no wash

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Wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht Smögen am nächsten Morgen zu einer betulichen Geschäftigkeit. Junge Burschen schieben Handkarren mit Bierfässern oder Mobiliar. Fensterläden werden geöffnet.

Smögens Hafen

Studentinnen, die Sommerjobs als Kellnerin, Verkäuferin oder Hafenaufsicht übernehmen, starten heute zum Saisonauftakt. Kleiderständer werden aufgebaut, Plakate angebracht und eine Gruppe sonnengebräunter Männer werkelt am gelegten Flaggenmast. Ladenbesitzer mit Handy am Ohr organisieren die letzten Notwendigkeiten vor dem Ansturm der Urlauber. Ein muskulöser Türsteher in bunt bedruckter Jogginghose und T-Shirt probt schonmal seine Position vor dem angesagten Club. Bei all dem Trubel interessiert der Yachtie sich für praktischere Belange. Ein Sack schmutziger Wäsche hat sich angesammelt. Der Waschautomat in den Hafenanlagen muss mit fünf Zehn-Kronen-Stücken gefüttert werden. Wenn man sie braucht fehlen sie – die passenden Münzen. Ich frage bei nächstgelegenen Klamotten- Laden eine hüsche langhaarige Blondine im knappen Top und Shorts, ob sie mir Geld wechseln kann. Die Antwort: ” we don´t have cash.” Nachdem ich noch drei weitere Shops mit Beachwear, Souvenirs und ein Cafe abgeklappert habe und überall nur Kartenzahlung möglich ist, sehe ich ein altes Holzhaus mit der Aufschrift ANTIK. Allerlei Trödel und hübscher Krims Krams sowie Wohnaccessoires zieren die Wände, Decken und Fenster. Eine elegant gekleidete Schwedin mit grossem Schlapphut steht hinter einem Tresen. Ihr Schmuck klimpert, als sie die Kassenlade öffnet und mir das Wechselgeld reicht. Ich komme mit ihr ins Gespräch und erfahre, dass ihr Haus, das sie sanft renoviert hat, aus dem 17 Jhdt. stammt  und damit das zweitälteste des Dorfes ist. Ihre Liebe zu alte Dingen habe sie auch schon nach Deutschland gebracht. Mit dem eingesammelten CASH kann ich den Waschautomaten füttern. Carmen packt auch eine Maschine voll. Im Toilettenhaus diskutieren wir über die unterschiedlichen Waschergebnisse in verschiedenen Häfen. Hier sind   nach 40 min zwar wildem Schleudern aber anscheinend sparen am heissen Wasser keine Flecken raus gegangen. Als ich mit der grossen Tüte nasser Wäsche auf den Steg trete, spricht mich ein weisshaariger Herr mit Schneuz an in feinstem Schwyzerdütsch: “Wo kaaaann man deeen hier waaaschen?“  Ich erkläre ihm den Ablauf und im nächsten Hafen erspäht er mich wieder und berichtet stolz: „ Wir haben vier Maschinen gewaschen und noch den Tumbler benutzt“ und strahlt. 

Am Nachmitttag erkunden wir gemeinsam mit der Kirke Crew die vorgelagerten Schären. Imposante Ausblicke über die Küste bieten sich uns. Gräser, nterschiedlichste Bodendecker, Blumen, Flechten und kleine Tümpel, ja sogar Laubbäume bevölkern die Felsen und haben hier ihren besonderen Lebensraum gefunden.

  

Die Sonne versinkt als glutroter Ball im Meer. Ist es Kitsch oder Poesie, das immer gleiche Foto vom Sonenuntergang über dem Meer? Nein es ist einfach ein schöner eindrücklicher Moment, der viele Erinnerungen aufsteigen lässt, die man nicht einfach mit ein paar Pixeln abbilden kann. 

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2 Comments

  1. Reading about your experiences and seeing your beautiful photos, we are looking forward to getting there ourselves. We are currently in the Outer Hebrides, taking time to explore the islands and Scotland’s west coast. Therefore we might not make it over to the continent this year.

    • astarte_wp

      Hi Brigitte & Robin,

      Thanks for your comment. There are lots of interesting places in Europe/ in the World. We have been in 2011 in the Outer Hebrides and have a very good memory about this island group. The Swedish West cost is for sure more busy (sailing wise not that challenging) so the best time to visit is before the holiday time in July/August. Would be great to meet up with you in the Baltic. Enjoy sailing! Claudia & Axel

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