Breskens Kranbereich

Nee, nee niet an de Kopsteigers afmeren. Het is alles gereservered“ klingt es mir noch im Ohr,  als wir nach Breskens einlaufen. Diese Antwort bekam ich bei unserem frühen Saisonstart Ende März vor einigen Jahren vom Hafenmeister, obwohl der Hafen völlig leer war. Schliesslich durften wir seinerzeit doch in irgendeiner Box anlegen. Am nächsten Morgen lag Schnee an Deck, dass ich mit dem Kehrblech herunterschaufelte.

Jetzt in der Hochsaison erhalte ich nach meiner telefonischen Anmeldung gleich eine Box im voll belegten Hafen zugewiesen. Verkehrte Welt? Ich tigere die steile Gitterrosttreppe zum Hafenbüro herauf. Dort sitzt er, immer noch der gleiche Hafenmeester! Freundlich werde ich mit Handschlag begrüsst. Breskens ist uns ein liebgewonnener Hafen geworden als idealer Ausgangspunkt und Winterstandort für diverse Segelreisen. Es ist ein bischen wie nach Hause kommen. Wir verbinden schöne Erlebnisse und Erinnerungen mit Breskens.

Vieles ist gleich geblieben. Einige Neubauten, aber sonst hat sich das Gesicht dieses alten südholländischen Ortes nicht verändert. Man lebt von und mit der See. Gestern so wie heute, im Wandel der Zeit vom Fischereistandort zum Yachthafen und Tourismusbetrieb. Der heutige Gast weiss oft nichts von den fürchterlichen Verheerungen des Küstenstrichs und Entbehrungen der Bevölkerung, die durch die Sturmflut von 1953 ausgelöst wurden. Ende Januar entstand ein Sturm aus einer kleinen Depression auf dem Atlantik, der sich in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar 1953 zu einem Orkan auswuchs. Das Wasser wurde durch den NNW Wind gegen die Deiche gedrückt. Windrichtung und Springflut kamen zusammen, so dass der Wasserstand auf 4,80 m über Normalnull stieg. Grosse Teile der südwestlichen Niederlande wurden überflutet. 1.800 Menschen verloren ihr leben. Viele weitere Haus, Hof und Vieh sowie ihre Existenz. Viele konnten nur mit dem Notwendigsten flüchten. Heute sind grosse Teile eingedeicht und durch die Deltawerke werden die Wasserstände kontrolliert, um das Land zu schützen. Wir machen eine Rundgang durch das Dorf vorbei am Hafen mit Fischverkauf, Werftbetrieben und suchen unsere Ferienwohnung wo wir zur Auswinterung des Bootes gewohnt haben, bis Astarte wieder schwamm. Die niedrigen kleinen alten Kaptitänshäuschen strahlen in der Sonne um die Wette und wir haben Schwierigkeiten unseres zu finden. Das Werkeln, Aufklaren, Putzen, Einräumen, Ausrüsten und Verproviantieren  am Schiff gehört am Anfang und Ende zur Saison dazu. Mit neuer Gasflasche und Lebensmitteleinkäufen geht es zurück zu Schiff.

Morgenstimmung in Yachthafen Breskens