Zeebrugge Hafenaussenmole

Vorbei am Kreuzfahrer im Hafen Zeebrugge – man beachte den gesetzten Kegel!

Marina Westhinder

„Bah, walgelijk, afschuwelijk…niet te vreten…!“ Na een keer kauwen spuwt voorman Thimothy met een krachtige rochel wat hij in zijn mond heeft overboord. „Je moet het weten, stom kalf. Als je weigert om mijn heerlijke groententaart door te slikken, spuw je binnen een paar dagen je tanden mee overboord.“ Scheepskok Samuel maakt er geen woorden meer aan viul. „Heerlijke groententaart … Witte kool die smaakt naar zure melkpap in een broodkorst gestopt, bah … Sla hetz elf in je kas.“

Timothy gerabbelt een harde scheepsbeschuit, sopt hem in een kroes water en propt hem in zijn mond. „Auw, alles doet pijn in mijn mond, ik lust alleen nog scheepspap. De bemanning gromt en maar dan de helft weigert mijn zuurkool te eten, ik heb die nochtans in een taart verwerkt“, rapporteert de kok. Kapitein James Cook, oderweg tijdens zijn tweede reis met de HMS Resolution op zoek naar Terra Australis, schudt het hoofd. „ Hoe kunnen ze zo dom zijn“, bedenkt hij. „ Wie de zuurkool naar binnen speelt blijft gezond, de andere gaan onderuit. Dan maar de harde middelen.“ Hij roept de bemanning aan de mast. Een stelletje haveloze matrozen lummelen over dek. „Stilstaan en luisteren“, brult de kapitein. Een paar matrozen kann nog amper op de benen staan. Hun onderbenen vertonen zwellingen en ride en paarse vlekken van interne bloedingen, geen fraai gezicht. Om van hun mond nog te zwijgen, ampter nog tanden in te vinden en langs hun mondhoeken kleeft er bloed en spuug van hun ontstoken tandvlees. „ Wie weigert om zuurkool  te eten, kann rekenen op tien zweepslagen. En elke morgen werkt iedereen een halve citroen naar binnen. Begrepen…“, laat Cook er dreigend op volgen. „Euh, de citroenen zijn allemaal bruin uitgeslagen, ze zijn rot en niet meer teeten kapitein“, brengt de kok bedeesd in. „ Ik heb ze overboord gekieperd.“ Maar weh ebben in Plymouth toch okk een ton citroensap gebunkerd?“ Zeker kapitein“. Elke morgen iedereen een halve kroes citroensap. Wie weigert 10 zweepslagen,“ brult James Cook. „ Brr.. citroensap, alleen met een flinke scheut rum, anders kots ik het nog liever uit, smoezelt Thimothy wanneer de matrozen zich naar het benedendes begeven. „ Wij zijn geen Limeys, als je dat maar weet, maar scheepslui. Haha, de mariniers, allemaal softies.“

Der britische Marinearzt James Lind führte Mitte des 18. Jhds ein, dass auf englischen Marineschiffen Zitronensaft ausgegeben wurde. Darauf hin wurde den englischen Marinern der Spitzname Limeys gegeben.

„Dat bevel geldt tot we land in zicht hebben.“ James Cook kann grade noch einen Fluch unterdrücken. Der Südpol ist eine einzige Eismasse. „Wir befinden uns über dem südlichen 65ten Breitengrad. Das Einzige was wir hier haben ist Süsswasser von den Eisschollen. Wir sollten umkehren und Kurs auf Neuseeland absetzen wo wir unsere Vorräte auffüllen können.“ James Cook war vermutlich der erste Kapitän, der den Südpoolzirkel übersegelte und sich dem antarktischen Kontinent näherte. Er brachte von seinem 112 Besatzungsmitgliedern 109 wieder nach Hause zurück. Niemand starb an Skorbut. In den vorhergegangenen Jahrhunderten insbesondere den Entdeckungsreisen im 14. Jhds des Vasco da Gama und des 15. Jhds von Magelaan verstarb auf diesen Reise nahezu die Hälfte der Mannschaften an Skorbut.  (zitiert von Leo van Dorsselaer)

Ich lege das Buch zur Seite und schaue auf den Horizont. Keine Rahsegler weit und breit. Ist auch unwahrscheinlich im 21. Jhdt. Stattdessen schieben sich in der Ferne hoch beladene Containerschiffe durch das Tiefenfahrwasser wie auf einer Autobahn. Das Ufer wird gesäumt von Hochhäusern in denen die gestressten Städter ihre Urlaube verbringen. An Bord gibt es einen vollen Kühlschrank und im nächsten Hafen wartet ein Supermarkt mit einer riesigen Auswahl. Wir müssen keine Entbehrungen erleiden und sind auf Vergnügungsfahrt. Aber wir sind auf dem gleichen Meer. Auch hier wird irgendwann vor langer Zeit eine Kogge, Kriegsschiff oder Entdeckungsreisender entlanggesegelt sein. Zum Glück brauchen wir keine Sauerkrauttorte und Zitronen zu essen. Die Technik ist fortgeschritten, der Komfort ist angenehm, aber die Faszination bleibt. Das Fortbewegen immer wieder nur durch die Kraft des Windes ist geblieben. Hoch am Wind in guter Marschfahrt erreichen wir zügig unser nächstes Ziel. Bald stehen wir vor den mächtigen Molen und Wellenbrechern mit den aufgetürmten Betonblöcken. Rechtzeitig vor einem Cargoschiff schlüpfen wir glücklicherweise ohne Wartezeit durch die Einfahrt. Ein Kreuzfahrer macht sich schon zur Abreise bereit und steht unter Dampf. Das ist timing. Wir laufen vorbei in den Innenhafen, ohne für die vorrangige Berufsschiffahrt aufstoppen zu müssen. Am Ende des Yachtbeckens liegt eine neue Marina, die wir ausprobieren wollen. So haben wir direkten Blick auf das ehemaligen Feuerschiff Westhinder und ein altes als Museumsstück ausgestelltes U Boot. Am Besuchersteg machen wir die Leinen fest. Eine Telefon Nr ist angegeben wo man sich melden soll. Keine Antwort. Ein einheimischer Festlieger verweist darauf, dass der Hafenmeister gleich kommt. Wir gehen davon aus nach der Beschilderung am Besuchersteg zu liegen und schliessen Strom an. Später erscheint der Hafenmeister. Ein untersetzer bärtiger gemütlicher Mann in kariertem Hemd und Bermudashorts mit Schlappen. Eilfertig möchte er uns einen guten Liegeplatz zuweisen. Wir können uns von zwei Plätzen mit Fingersteg einen aussuchen. Zum bezahlen möchte ich auf sein Schiff kommen. Er wohnt mit seiner Frau auf einem Motorboot im Hafen. Es ist eine Mischung aus Flussboot und Fischkutter. Im Winter wohnt er am Hafen an Land. Wir kommen ins Gespräch und im Nu ist eine halbe Stunde um. Hier muss man Zeit mitbringen. Wichtig ist das Essen. Ausführlich erhalte ich Informationen über die Qualität der umliegenden Bistros und Restaurants. Dann werde ich noch mit Material über die Funkkanäle der Scheldemündung versorgt. Es ist als wäre er ein alter Bekannter, den ich nach einer langen Zeit wiedergetroffen habe. Kaum zurück an Bord startet Axel die Maschine, wir werfen los und verholen zum neuen Platz. Es ist windig und das Anlegen erfordert Geschick. Nun will Axel endlich joggen, denn mit der Verholaktion und Hafenmeisterbesuch haben wir schon fast eineinhalb Stunden verbracht. Kaum ist er aufgebrochen, da klopft es an Deck. Ich stecke den Kopf aus dem Niedergang. Es ist der freundliche Hafenmeister. Sein Gesicht ist kläglich verzerrt. Schweiss tropft von seiner Stirn. Er wischt sie mit dem Ärmel ab. Ich sage.“ What´s the matter?“ Er antwortet: „ I made a terrible mistake.“ Er hat uns aus versehen einen belegten Platz gegeben. Am Besuchersteiger liegt nun eine grosse Motoryacht. Das Eignerpaar will wohl nach Hause fahren und ist sehr ungeduldig. Sie haben ihn anscheinend schon zur Schnecke gemacht. Ich erkläre ihm, dass der Skipper joggen ist und erst in zwei Stunden zurück kommt. Er geht etwas in die Knie und verdreht die Augen. Kann ich ihn nicht anrufen? Ich bleibe hart. Schliesslich hätten wir gleich am ersten Platz bleiben können. Die vorgeschlagenen engen neuen Plätze lehne ich ab und mache ihm den Vorschlag wieder auf den Besucherplatz zu verholen. Ist sowieso merkwürdig wieso man dort nicht übernachten soll. Nach einer Stunde kommt Axel dann schliesslich zurück und ein neues Manöver beginnt. Eilfertig steht der Hafenmeister bereit und zu helfen. Er möchte seinen Fehler gutmachen und uns auf einen Drink ins Bistro einladen. Wir versichern ihm dies sei nicht nötig und er möge sich beruhigen. Später erfahren wir, dass er seinen Job erst vier Wochen macht. Am nächsten Morgen ist er bereits früh auf und werkelt auf dem Steg. Was passiert? Er montiert grüne Schilder an den freien Plätzen. Da soll man noch sagen einer ist nicht lernfähig.