Die schonische Landschaft unterscheidet sich sehr vom Rest Schwedens. Dunkle Wälder sind den geschwungenen grünen Hügeln gewichen. Korn, Gras und Obstplantagen prägen das Landschaftsbild. Die Häuschen sind niedrig und bunt. Südschweden war lange dänisch. Schonen ist auch das Land der Keramik und Kunst. Töpfer, Maler, Bildhauer haben sich niedergelassen und bieten ihre phantasievollen Werke an. Die Ruhe und Harmonie dieses Landstrichs inspiriert. Österlens Steinzeichnungen gehen zurück auf die Eisenzeit. Simrishamns Hochzeit als Fischerort und Kornverladestation mit bedeutendem Hafen zu Beginn des 19. Jhs. ist heute dem Tourismusgeschäft gewichen.  Doch es ist keine Zeit für abschweifende Gedanken. Gleich kommen unsere Freunde Kenneth und Maren mit den Kindern Julius und Bill zu Besuch. Sie reisen mit einem Camping VW Bus drei Wochen durch Schweden und haben schon an

die 5000 Kilometer abgespult. Einmal quer durch Mittelschweden über die grossen Seen ging es an den bottnischen Meerbusen und zurück über die Ostküste und die Insel Öland. Unsere Urlauber treffen ein. Braungebrannt und gut erholt berichten sie von der unberührten Natur Nordschwedens. Besonders beeindruckend war ein Naturpark mit Elchen, Bären, Vielfrass, Wölfen und Luchs. Die Unabhängigkeit des Reisens ist ähnlich wie mit dem Boot und für die Kinder ist es das grosse Abenteuer. Nach Kaffee und Keksen an Bord geht es zum Strand. Barfuss laufen wir am Spülsaum entlang. Bill jagt Quallen und Julius sammelt Steine. Plötzlich versperrt uns eine Schar Gänse den Weg. Die Jungs rennen voraus und der Schwarm ergreift aufgeregt schnatternd die Flucht.

Die Seeluft macht hungrig. Bill fragt schon bald:“ Wann essen wir was?“. „Ja, gleich dort hinten bei den Felsen machen wir ein Picknick.“ Im nu sind Käsebrote, Tomaten, Gurken und Kekse verdrückt.

Mit neuer Engerie klettern die beiden Kinder über die Felsen. Übermütig springen sie auf vorgelagerte Blöcke im Wasser. Bis Julius plötzlich ruft: „ Ich komme nicht mehr zurück.“ Nun hängt er rittlinks auf dem schrägen Block wie auf einem Kamel. Sein Vater kommt zur Hilfe, um ihn abzubergen.

Am Ende der Bucht führt ein schmaler Pfad durch Heckenrosen- und Brombeerbüsche. Weiter geht es Richtung Backemölla. Hier schieben sich ebene Felsplatten wie zerbrochene Schokoladentafeln ins Wasser. Auf einigen Felsen stehen Steinmännchen. Auch wir bauen welche. Bill schleppt grosse Brocken heran und müht sich sie anzuheben.

Im Eifer unseres Bauwettbewerbes haben wir nicht auf das Wetter geachtet. Eine grosse dunkle Wolke schiebt sich von Westen heran. Jetzt aber schnell zurück. Wir laufen schnurstracks zum schützenden Birken- und Kiefernwald. Bald verschwinden wir unter dem Blätterdach.

Eng schlängelt sich der Pfad vorbei an Stämmen und riesigen Pflanzen deren Rhabarberähnliche Blätter fast so gross sind wie Autoreifen. Unter einem Baum wettern wir den Schauer ab.

Zurück in Simrishamn beschliessen wir den Tag mit einem leckeren Essen im Restaurant. Die Kinder haben ihren Burger schnell verdrückt und fangen mit grossem Geschick das Eis, das ihnen der Wirt im hohen Bogen zu wirft. Alle sind satt und zufrieden aber müde. Wir legen morgen um 5.00 Uhr ab und so ist es Zeit sich aufs Ohr zu hauen.