Month: April 2017 Page 1 of 2

Dummheit in Dranske

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In den nächsten Tagen zieht ein Tief durch.  Wind von über 40 Knoten aus Nordost sind vorher gesagt. Die Temperaturen werden wohl um die acht Grad pendeln. Also wird entschieden, in einem Leehafen diese Phase abzuwettern. Die Wahl fällt auf Wiek am Wieker Bodden.

Webcam Wiek

Die ersten Böen begrüssen uns  bei der Anfahrt und genau zum Anleger färbt sich der Himmel schwarz, es schüttet wie aus Kübeln. Wenig später kämpft der Ofen, um die Luftfeuchtigkeit herunter zu bringen. Die Fahrradtour am nächsten Tag am Riet gesäumten Bodden führt uns nach Dranske. Hartgesottene Kitesurfer in dicken Neoprenanzügen toben sich in Wind und Wellen aus. Die Halbinsel Bug war lange militärisches Sperrgebiet und eine „Ende der Welt“  Stimmung lässt sich auch heute nicht verleugnen. Am Ortsrand stehen Plattenbauten, aber eine Charterbasis hat hier wohl einen preisgünstigen Standort gefunden.

Marina Wiek

Marina Wiek

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Exkurs: Mecklenburg

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Mecklenburg gesprochen Meeeeecklenburg (erste Silbe langgezogen ist das Land der grossen landwirtschaftlichen Güter.  Aus der Vogelperspektive mit dem Flugzeug erkennt der Besucher von Westen kommend nach dem queren der Elbe, dass die Felder grösser werden. Hier hat sich im 12. Jhdt eine Kultur- und Naturlandschaft entwickelt, die einzigartig in Europa ist. Die mit Heinrich dem Löwen ins Land gekommenen Ritter wurden für ihren Kampfeinsatz gegen die Slawen vorrangig mit Land belohnt. Dienstadel und slawische Adelssippen vermischten sich im Laufe der Zeit. Die mecklenburgischen Grossherzöge belehnten immer wieder diesselben Sippen. So kamen die Oertzen, Maltzahn, Bülow, Plessen, Hahn, Basewitz und Blücher zu grossem Landbesitz. Durch den grossen Bevölkerungsverlust während des 30 jährigen Krieges vergrösserte sich auch der adelige Besitz der Verbliebenen. Oft mitl privatem Engagement wurden die heruntergekommenen Gutshäuser nach der Wende saniert. Viele Guts- und Herrenhäuser mit Parks sind heute dem Touristen zugänglich.

Hornfisch auf Hiddensee

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Kaum schwenkt der Bug aus dem Hafenbecken erfasst uns schon eine sehr steife Brise.

Nun heisst es aufpassen und genau navigieren. Es bläst in Böjen mit 6 Bft. und die Wassertiefe beträgt stellenweise nur 2,4 Meter. Der Nordwest Wind ist eisig und schrient auf den Wangenfleckchen, die noch nicht unter der dicken Fleecehaube verschwunden sind.

Gefütterte Wollmütze, Kapuze, Fleecehaube, drei Schichten reichen kaum aus, um den Kopf warm zu halten. Der Weg zieht sich, das Steuern strengt an. Dann endlich fest in Kloster. Das Örtchen schmiegt sich in eine Bucht am Fusse des Dornbuschs. Die langgestreckte schmale von Nord nach Süd abfallende Form der Insel Hiddensee im West Rügens ist das Werk der Meeresströmungen, die seit der letzten Eiszeit die drei Inselkerne durch Schwemmmaterial miteinander verbanden. Einen ersten Überblick zu Fuss verschaffen wir uns mit dem Rundgang durch Kloster zur Inselkirche, obligatorischer Besuch des Grabes von Gerhart Hauptmann, vorbei am Sommerhaus der Hauptmanns zum Strand und später Aufstieg auf den Dornbusch zum Leuchtturm.

Hotel in Kloster

Hotel in Kloster

Es gibt einen Dorfteich, Strassen aus Sand, Andenkenläden, Restaurants, Cafes, Fahrradverleih. Vereinzelt sieht man mal einen Menschen. Es wird gewerkelt und vorbereitet. Der grosse Ansturm der Tagestouristen hat sich noch nicht eingestellt.

Hiddensee - Blick nach Süden

Hiddensee – Blick nach Süden

Leuchtturm auf dem Dornbusch

Leuchtturm auf dem Dornbusch

So können wir die Insel zum Glück ursprünglicher erleben.

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Ruhepause

Ruhepause

Kremser Wagen

Kremser Wagen

Die schweren Zugpferde für die Kremser Planwagen, die später Touristenhorden über die Insel schaukeln,  geniessen noch das satte grüne Gras auf den Wiesen, die Frühlingssonne auf dem Rücken und die Ruhe. Der Strand ist menschenleer. Die Inselkirche mit dem Rosenhimmel und hölzernen Taufengel ist noch ein Ort der Stille ohne Blitzlichtgewitter.

Inselkirche mit hölzernem Taufengel

Inselkirche mit hölzernem Taufengel

Der Frühling ist eingekehrt

Der Frühling ist eingekehrt

Blühende Weissdornbüsche verströmen einen lieblichen Geruch. Zur Zeit der DDR heruntergewirtschaftete Häuser werden renoviert, bekomme neue Reetdächer und frische Anstriche geben den Fassaden ein freundliches Gesicht. Hier ist zwar auch die Moderne eingezogen mit allem Komfort für den Reisenden, aber Elektroautos, Pferdekraft, Handkarren und der Drahtesel sind Zeichen des sanften Tourismus. Die Natur steht im Vordergrund. So kann man auch heute noch Hiddensees Flair erleben wie es sich wohl zu Zeiten der Künstlerkolonie, die sich hier niedergelassen hat, darstellte.

Gerhard Hauptmann Haus

Gerhard Hauptmann Haus

Gerhart Hauptmann

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Eine Seemaus

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Wir verholen uns in den Yachthafen Hohe Düne, der gleichnamigen exklusiven Hotelanlage.

Hohe Düne

Hohe Düne

So ersparen wir uns für den langen Schlag am nächsten Morgen das sehr frühe Aufstehen um 4.30 Uhr. Mit nur ca. 20 Prozent Belegung haben wir die freie Platzwahl. Die Saison scheint noch nicht gestartet, die Anlage wirkt ausgestorben. Nach einem Erkundungsrundgang verziehen wir uns unter Deck. Am Abend gibt es einen erneuten Frontendurchzug. Es heult im Rigg. Durch die Belüftungsspalte der Luken zieht ein eisiger Hauch herein.

Ausfahrt Hohe Düne Yachthafen

Ausfahrt Hohe Düne Yachthafen

Der nächste Morgen zeigt einen aufgeräumten Himmel. Nahe der Hafenausfahrt hebt ein Seehund, der sich in der Seehundforschungsstation am Hafen in der Sonne aalt wie zum Gruss den Kopf. Angenehme segelbare Westwinde lassen uns unter Spinnaker ein gutes Tagesetmal erreichen. Endlos zieht der Küstenstrich an steuerbord vorbei. In der Sonne erscheint der Sand der Dünen schneeweiss. Ebenfalls schneeweiss erheben sich die Reihen der Windkraftanlagen im Wasser. Welch einen Kontrast bilden Natur und Technik an der Küste.

Unter Spinnaker

Unter Spinnaker

Der Wind zieht an und wir bergen den Spinnaker vor dem Fahrwasser zum Boddengewässer.

hinterm Fahrwasser wird es schnell flach!

hinterm Fahrwasser wird es schnell flach!

Aufklaren, kochen und dann früh in die Koje nach der vielen frischen Luft und dem langen Törn. Schon ausgepellt und nur noch in Thermounterwäsche werden wir plötzlich nochmal aufgeschreckt, als es an der Bordwand klackt. Wir haben einen Nachbarn bekommen.

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Rostock und Warnemünde

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Rostock empfängt uns betriebsam mit Ostermarkt und Kirmes auf dem Rathausmarkt.

Fussgängerzone Rostock

Fussgängerzone Rostock

Strassenmusiker singen und spielen Schifferklavier. Die bunten aufwendig restaurierten Fassaden spiegeln sich im nassen Kopfsteinpflaster. Fressbuden, Marktstände und kleine Hütten mit Handwerkskunst ziehen Touristen und Einheimische gleichermassen an.

Doch diese Attraktionen gibt es überall. Die Marketingstrategen der Stadttouristik wollen mehr und haben einen roten Faden für die Saison gesponnen. Plakate bewerben Aktionen und Ausstellungen an vielen Ecken:

 

Die Reformation

 

Die Welt in Frage stellen, ein zentrales Thema der Reformationsbewegung.

Ihr berühmtester Sohn war Martin Luther aus Wittenberge. Durch seine Schriften löste er grosse Umbrüche im Europa des Mittelalters aus. 1517 bis 2017.  500 Jahre später ist es immer noch zeitgemäss die Welt zu hinterfragen.

So wird dem Touristen an der Ostseeküste nicht nur die Geschichte der Hanse nahegebracht, sondern auch vielerorts die 500 jährige Geschichte der kirchlichen Erneuerungsbewegung.

Rostock wurde 1531 offiziell evangelisch.

Wir beschliessen ernste Themen vorerst zu vertagen und geniessen lieber Stadtbummel, Einkaufen, unseren Bio Burger und einen sonnigen Ausflug nach Warnemünde.

Der Skipper am Alten Strom

Der Skipper am Alten Strom

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